Inflation als Stimmungskiller

Inflation als Stimmungskiller

Trotz Corona herrschte an der Börse in den vergangenen Monaten jede Menge Action – Aktien, ETFs etc. wurden fleißig gehandelt und die Kurse stiegen. Seit kurzem aber ist die Stimmung gedämpft: Das Inflationsgespenst geht um. Was steckt dahinter?

Mehr Geld = mehr Inflation

Immer mehr Leute befürchten, dass die beispiellosen Stimulierungsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken das allgemeine Preisniveau nach oben treiben. Und die aktuellsten Daten scheinen dies auch bereits zu bestätigen: In den USA lag die Inflation im April bei 4,2 Prozent und damit deutlich über dem Wert von 3,6 Prozent, den die Experten vorab erwartet hatten.

Aber wie genau entsteht Inflation und was bedeutet sie für die Börsen?

Inflation bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen – kurz: alles wird teurer – bzw. die Kaufkraft des Geldes nimmt ab. Das Preisniveau steigt, wenn es zu viel Geld im Verhältnis zum Angebot von Waren und Dienstleistungen gibt.

Aber das heißt nicht zwangsläufig, dass Infl¬ation entstehen muss, wenn die Geldmenge schnell zunimmt. Die sog. „Quantitätstheorie des Geldes“ ist eine Wirtschaftstheorie, die von einer kausalen Abhängigkeit des Preisniveaus von der Geldmenge ausgeht. Gemäß dieser Quantitätstheorie kommt es auch darauf an, wie schnell das Geld zirkuliert.

Die Umlaufgeschwindigkeit ist während der Corona-Monate eingebrochen, das heißt das meiste Geld, das die Regierungen und die Notenbanken ins System pumpten um die Krise abzufedern, kam nicht in den Umlauf. In Quarantäne-Zeiten ist Geldausgeben eben schwierig. Die Konsumenten legten das Geld auf die hohe Kante, statt es auszugeben. Doch mit dem Abflauen der Corona-Effekte könnte sich dies nun rasch ändern, der Nachholbedarf ist schließlich enorm.

Inflation ist nicht zwangsläufig Gift für die Börse!

Inflation ist nicht per se schädlich: Löhne steigen, die Preise für Produkte steigen, was wiederum zu einer Umsatzsteigerung der Unternehmen führt. Besonders gut entwickeln sich Unternehmen, die eine gewisse Preismacht haben. Bei Inflation verteuern sich zwar auch die Vorleistungen oder die Rohstoffe, die diese Unternehmen verwenden. Gelingt es ihnen, diese Zusatzkosten auf ihre Kunden abzuwälzen, verdienen sie in Zeiten höherer Teuerung aber gut.

Auch deshalb macht Inflation vor allem Aktien interessant: Da man mit Aktien einen Anteil an den Unternehmenswerten besitzt, gelten sie als sog. „Realanlagen“ und bieten quasi einen Inflationsschutz. Eine Auswertung des Credit Suisse Research in rund zwei Dutzend Ländern zeigt entsprechend, dass der reale Aktienertrag nur bei sehr hoher Inflation negativ war.

Wenn die Wirtschaft gleichzeitig mit der Inflation kräftig wächst, überwiegt unter dem Strich der positive Effekt auf die Unternehmensgewinne. Also eigentlich kein Grund zur Sorge!

Warum sorgt das Thema „Inflation“ dann aktuell für so viel Nervosität auf dem Börsenparkett?

Problematisch wird Inflation aus Sicht der Anleger erst dann, wenn die Notenbanken zu drastischen Zins(gegen)maßnahmen gezwungen werden.

Denn sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Notenbank Fed haben die Aufgabe, für eine Teuerungsrate von zwei Prozent im Jahresschnitt zu sorgen.

Steigt die Inflation im aktuellen Umfeld also weiter, könnten sich die Zentralbanken deshalb gezwungen sehen, gegenzusteuern – indem sie die Zinsen anheben und weniger Geld drucken. Je länger die Inflation oberhalb von zwei Prozent liegt, desto wahrscheinlicher wird dieses gefürchtete Szenario.

Wenn die Zinsen steigen, wird es nicht nur teurer Geld zu leihen. Umgekehrt bringt das Verleihen mehr Geld ein. Andere Assetklassen – insbesondere Anleihen – werden im Vergleich zu Aktien dann wieder attraktiver. Die Nachfrage nach Aktien, und damit auch die Aktienkurse, würden entsprechend sinken. Konkrete Schritte haben bislang weder die Fed noch die EZB angekündigt.

Die Inflations-Uhr tickt aber und sorgt weiter für Nervosität unter den Börsianern. Privatanleger sollten sich auf das neue Preisumfeld einstellen und die weitere Entwicklung im Blick behalten. Für Anleger die ein weitsichtige und systematische Anlagestrategie verfolgen, besteht aber kein Grund zu hektischem Aktionismus. Wir halten dich in unserem Blog sowie unseren Social Media-Kanälen hierzu auf dem Laufenden!

Inflation als Stimmungskiller

Trotz Corona herrschte an der Börse in den vergangenen Monaten jede Menge Action – Aktien, ETFs etc. wurden fleißig gehandelt und die Kurse stiegen. Seit kurzem aber ist die Stimmung gedämpft: Das Inflationsgespenst geht um. Was steckt dahinter?

Mehr Geld = mehr Inflation

Immer mehr Leute befürchten, dass die beispiellosen Stimulierungsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken das allgemeine Preisniveau nach oben treiben. Und die aktuellsten Daten scheinen dies auch bereits zu bestätigen: In den USA lag die Inflation im April bei 4,2 Prozent und damit deutlich über dem Wert von 3,6 Prozent, den die Experten vorab erwartet hatten.

Aber wie genau entsteht Inflation und was bedeutet sie für die Börsen?

Inflation bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen – kurz: alles wird teurer – bzw. die Kaufkraft des Geldes nimmt ab. Das Preisniveau steigt, wenn es zu viel Geld im Verhältnis zum Angebot von Waren und Dienstleistungen gibt.

Aber das heißt nicht zwangsläufig, dass Infl¬ation entstehen muss, wenn die Geldmenge schnell zunimmt. Die sog. „Quantitätstheorie des Geldes“ ist eine Wirtschaftstheorie, die von einer kausalen Abhängigkeit des Preisniveaus von der Geldmenge ausgeht. Gemäß dieser Quantitätstheorie kommt es auch darauf an, wie schnell das Geld zirkuliert.

Die Umlaufgeschwindigkeit ist während der Corona-Monate eingebrochen, das heißt das meiste Geld, das die Regierungen und die Notenbanken ins System pumpten um die Krise abzufedern, kam nicht in den Umlauf. In Quarantäne-Zeiten ist Geldausgeben eben schwierig. Die Konsumenten legten das Geld auf die hohe Kante, statt es auszugeben. Doch mit dem Abflauen der Corona-Effekte könnte sich dies nun rasch ändern, der Nachholbedarf ist schließlich enorm.

Inflation ist nicht zwangsläufig Gift für die Börse!

Inflation ist nicht per se schädlich: Löhne steigen, die Preise für Produkte steigen, was wiederum zu einer Umsatzsteigerung der Unternehmen führt. Besonders gut entwickeln sich Unternehmen, die eine gewisse Preismacht haben. Bei Inflation verteuern sich zwar auch die Vorleistungen oder die Rohstoffe, die diese Unternehmen verwenden. Gelingt es ihnen, diese Zusatzkosten auf ihre Kunden abzuwälzen, verdienen sie in Zeiten höherer Teuerung aber gut.

Auch deshalb macht Inflation vor allem Aktien interessant: Da man mit Aktien einen Anteil an den Unternehmenswerten besitzt, gelten sie als sog. „Realanlagen“ und bieten quasi einen Inflationsschutz. Eine Auswertung des Credit Suisse Research in rund zwei Dutzend Ländern zeigt entsprechend, dass der reale Aktienertrag nur bei sehr hoher Inflation negativ war.

Wenn die Wirtschaft gleichzeitig mit der Inflation kräftig wächst, überwiegt unter dem Strich der positive Effekt auf die Unternehmensgewinne. Also eigentlich kein Grund zur Sorge!

Warum sorgt das Thema „Inflation“ dann aktuell für so viel Nervosität auf dem Börsenparkett?

Problematisch wird Inflation aus Sicht der Anleger erst dann, wenn die Notenbanken zu drastischen Zins(gegen)maßnahmen gezwungen werden.

Denn sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Notenbank Fed haben die Aufgabe, für eine Teuerungsrate von zwei Prozent im Jahresschnitt zu sorgen.

Steigt die Inflation im aktuellen Umfeld also weiter, könnten sich die Zentralbanken deshalb gezwungen sehen, gegenzusteuern – indem sie die Zinsen anheben und weniger Geld drucken. Je länger die Inflation oberhalb von zwei Prozent liegt, desto wahrscheinlicher wird dieses gefürchtete Szenario.

Wenn die Zinsen steigen, wird es nicht nur teurer Geld zu leihen. Umgekehrt bringt das Verleihen mehr Geld ein. Andere Assetklassen – insbesondere Anleihen – werden im Vergleich zu Aktien dann wieder attraktiver. Die Nachfrage nach Aktien, und damit auch die Aktienkurse, würden entsprechend sinken. Konkrete Schritte haben bislang weder die Fed noch die EZB angekündigt.

Die Inflations-Uhr tickt aber und sorgt weiter für Nervosität unter den Börsianern. Privatanleger sollten sich auf das neue Preisumfeld einstellen und die weitere Entwicklung im Blick behalten. Für Anleger die ein weitsichtige und systematische Anlagestrategie verfolgen, besteht aber kein Grund zu hektischem Aktionismus. Wir halten dich in unserem Blog sowie unseren Social Media-Kanälen hierzu auf dem Laufenden!

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