Jahresausblick 2022

Jahresausblick 2022

Wir möchten euch für die letzten Tage im Jahr noch etwas zum Nachdenken und Diskutieren mitgeben. Unser Founder und CEO Stefan teilt in diesem Beitrag seine persönliche Meinung und gibt einen Ausblick auf das Jahr 2022.

Ausblick 2022: Stresstest für die Endlos-Hausse?

Anleger, die 2021 am Aktienmarkt investiert haben, können sich mal wieder freuen. Der DAX wird das Jahr mit einem Plus von etwa 13% beenden. Auch andere wichtige Leitindizes wie S&P 500 oder NASDAQ 100 haben in den zurückliegenden Monaten neue Höchststände erreicht. Für diejenigen Anleger, die eine langfristige Anlagestrategie verfolgen, war 2020 nur eine Fortsetzung der scheinbar nicht enden wollenden mittlerweile 13 jährigen Hausse. Daran konnten auch kurze Rückschläge, wie der Coronacrash im Frühjahr 2020 nichts ändern. Negativzinsen, Rentenlücke, Inflation… kein Problem für Aktionäre! Also: auch 2022 volle Kraft voraus?

Die Skepsis hat zugenommen, weil beim Blick ins neue Jahr erhebliche Risiken auftauchen. Da ist zum einen die sich anbahnende Omikron-Welle. Noch ist nicht absehbar wie groß die ökonomischen Bremsspuren sein werden. Zum anderen trübt der massive Anstieg der Inflation, insbesondere in den USA und in Europa, den Ausblick für 2022, weil damit der Druck auf die Notenbanken steigt, mit Zinserhöhungen gegensteuern zu müssen. Schließlich deuten sich auch auf geopolitischer Ebene neue Konflikte an – beispielsweise in der Ukraine.

Aktien-Booster: konjunkturelle Erholung und Unternehmensgewinne

Die gute Nachricht: Nach dem durch die Pandemie bedingten schweren Einbruch Anfang des vergangenen Jahres hatte die Weltwirtschaft etwa ab Mitte der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder stark Fahrt aufgenommen. Das Welthandelsvolumen liegt derzeit trotz Lieferengpässen bereits über den Werten aus der Zeit vor Beginn der Pandemie. Die Erholung ist noch nicht vorbei, sondern dürfte andauern, wenn auch mit verminderter Dynamik. Zum einen hemmen Lieferengpässe z.B. bei Chips weiter den Aufschwung. Zum anderen wird die Omikron-Welle bremsen. Und natürlich besteht die Möglichkeit weiterer Mutationen des Corona-Virus. Dieses Risiko bleibt uns auch 2022 erhalten. Sollten diese Entwicklungen aber nicht völlig aus dem Ruder laufen, wäre für den Euroraum 2022 ein Wirtschaftswachstum von beeindruckenden fünf Prozent zu erreichen. Wichtiger Nebeneffekt: Nach dem Gewinnrückgang 2020 und der kräftigen Erholung der Erträge 2021 dürfte es deshalb auch 2022 zu einer weiteren Steigerung der Unternehmensgewinne kommen. Da freuen sich die verwöhnten Aktionäre.

5,2%! Inflation frisst nicht nur Lohnsteigerungen und Ersparnisse auf

Die weitere Inflationsentwicklung spielt eine bedeutende Rolle. Für Anleger – nicht nur in Deutschland – ist die entscheidende Frage, ob der aktuelle Preisauftrieb zeitlich begrenzt oder von Dauer ist. Die Inflationsrate ist im November in Deutschland mit 5,2% immerhin auf den höchsten Stand seit 30 Jahren gestiegen. Sind die Notenbanken also nicht längst gefordert, diese Entwicklung mit Zinserhöhungen zu bekämpfen?

Wer sich mit den Risiken der anhaltenden Nullzinspolitik der EZB, der Geldschwemme und Schuldenlawine näher beschäftigen möchte, kann beispielsweise bei Hans-Werner Sinn (https://www.hanswernersinn.de/de/start), dem ehemaligen Präsidenten des IFO-Instituts, reichlich beunruhigende Analysen finden. Meine Meinung: Der Handlungsdruck wächst zweifellos, aber für die Notenbanken ist der Weg aus der extrem lockeren Geldpolitik ein langer. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Pandemie sowie der exorbitant gestiegenen Staatsschulden sind die Notenbanken gezwungen, äußerst vorsichtig zu agieren. Daran wird sich auch 2022 wohl noch nichts wesentlich ändern.

Dies gilt umso mehr als die Notenbanken davon ausgehen, dass der jüngste Anstieg der Inflationsraten vorwiegend auf Sondereffekten rund um den Boom zum Aufholen der Pandemieverluste beruht. Diese Erwartung belegen beispielsweise auch die jüngsten Äußerungen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die die Bedingungen für höhere Leitzinsen 2022 als nicht gegeben sieht.

Wenn die Notenbanken die Geldpolitik also bestenfalls vorsichtig straffen werden, dann ist davon auszugehen, dass uns das Niedrigzinsumfeld weiter erhalten bleiben wird. Was den Sparer quält, freut die Unternehmen die hiervon ebenso weiter profitieren wie von den Fiskalprogrammen zur Pandemiebekämpfung.

Fazit: Bullenmarkt hat auch 2022 Bestand, aber der Stresspegel steigt

Weiterhin niedrige Zinsen sowie pandemiebedingter konjunktureller Nachholbedarf werden die großen Aktienindizes zu neuen Rekorden treiben. Außerdem sucht im anhaltenden Null- und Negativzinsumfeld sehr viel Geld nach Anlagemöglichkeiten und da drängt sich Aktienmarkt unverändert auf. Nach den Kursgewinnen der zurückliegenden Quartale sind Aktien insgesamt zwar keinesfalls mehr billig. Gerade im Vergleich zu Unternehmensanleihen sind sie im aktuellen Niedrigzinsumfeld aber weiter sehr attraktiv bewertet. Anleger die vor allem ihre laufenden Einkünfte verbessern wollen, werden zudem mit vergleichsweise üppigen Dividendenrenditen von 5% und mehr verwöhnt.

Eines ist aber auch wahrscheinlich: Corona bleibt unberechenbar, auch zusätzliche Inflationssprünge wären vorstellbar und die Notenbanken werden – wenn auch zaghaft – die Liquiditätsversorgung zurückfahren. Hinzukommen geopolitische Spannungen. Zwischenzeitliche Rückschläge an den Aktienmärkten sind vor diesem Hintergrund praktisch vorprogrammiert.

Wie sollten Anleger 2022 investieren? Vor dem beschriebenen Hintergrund am besten breit gestreut. Bei den Aktien-ETFs sind beispielsweise Engagements in den weltweiten Aktienmarkt oder den marktbreiten Stoxx Europe 600 interessant. Bei Einzel-Investments gilt es verstärkt auf die Fundamentaldaten der Unternehmen zu schauen. Unternehmen, die noch keine Gewinne erwirtschaften oder eine extrem hohe Bewertung aufweisen, sind besonders gefährdet. Wie immer gilt: Wer eine langfristige Anlagestrategie verfolgt, braucht temporäre Rückschläge nicht zu fürchten, sondern sollte diese zum Einstieg nutzen.

Jahresausblick 2022

Wir möchten euch für die letzten Tage im Jahr noch etwas zum Nachdenken und Diskutieren mitgeben. Unser Founder und CEO Stefan teilt in diesem Beitrag seine persönliche Meinung und gibt einen Ausblick auf das Jahr 2022.

Ausblick 2022: Stresstest für die Endlos-Hausse?

Anleger, die 2021 am Aktienmarkt investiert haben, können sich mal wieder freuen. Der DAX wird das Jahr mit einem Plus von etwa 13% beenden. Auch andere wichtige Leitindizes wie S&P 500 oder NASDAQ 100 haben in den zurückliegenden Monaten neue Höchststände erreicht. Für diejenigen Anleger, die eine langfristige Anlagestrategie verfolgen, war 2020 nur eine Fortsetzung der scheinbar nicht enden wollenden mittlerweile 13 jährigen Hausse. Daran konnten auch kurze Rückschläge, wie der Coronacrash im Frühjahr 2020 nichts ändern. Negativzinsen, Rentenlücke, Inflation… kein Problem für Aktionäre! Also: auch 2022 volle Kraft voraus?

Die Skepsis hat zugenommen, weil beim Blick ins neue Jahr erhebliche Risiken auftauchen. Da ist zum einen die sich anbahnende Omikron-Welle. Noch ist nicht absehbar wie groß die ökonomischen Bremsspuren sein werden. Zum anderen trübt der massive Anstieg der Inflation, insbesondere in den USA und in Europa, den Ausblick für 2022, weil damit der Druck auf die Notenbanken steigt, mit Zinserhöhungen gegensteuern zu müssen. Schließlich deuten sich auch auf geopolitischer Ebene neue Konflikte an – beispielsweise in der Ukraine.

Aktien-Booster: konjunkturelle Erholung und Unternehmensgewinne

Die gute Nachricht: Nach dem durch die Pandemie bedingten schweren Einbruch Anfang des vergangenen Jahres hatte die Weltwirtschaft etwa ab Mitte der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder stark Fahrt aufgenommen. Das Welthandelsvolumen liegt derzeit trotz Lieferengpässen bereits über den Werten aus der Zeit vor Beginn der Pandemie. Die Erholung ist noch nicht vorbei, sondern dürfte andauern, wenn auch mit verminderter Dynamik. Zum einen hemmen Lieferengpässe z.B. bei Chips weiter den Aufschwung. Zum anderen wird die Omikron-Welle bremsen. Und natürlich besteht die Möglichkeit weiterer Mutationen des Corona-Virus. Dieses Risiko bleibt uns auch 2022 erhalten. Sollten diese Entwicklungen aber nicht völlig aus dem Ruder laufen, wäre für den Euroraum 2022 ein Wirtschaftswachstum von beeindruckenden fünf Prozent zu erreichen. Wichtiger Nebeneffekt: Nach dem Gewinnrückgang 2020 und der kräftigen Erholung der Erträge 2021 dürfte es deshalb auch 2022 zu einer weiteren Steigerung der Unternehmensgewinne kommen. Da freuen sich die verwöhnten Aktionäre.

5,2%! Inflation frisst nicht nur Lohnsteigerungen und Ersparnisse auf

Die weitere Inflationsentwicklung spielt eine bedeutende Rolle. Für Anleger – nicht nur in Deutschland – ist die entscheidende Frage, ob der aktuelle Preisauftrieb zeitlich begrenzt oder von Dauer ist. Die Inflationsrate ist im November in Deutschland mit 5,2% immerhin auf den höchsten Stand seit 30 Jahren gestiegen. Sind die Notenbanken also nicht längst gefordert, diese Entwicklung mit Zinserhöhungen zu bekämpfen?

Wer sich mit den Risiken der anhaltenden Nullzinspolitik der EZB, der Geldschwemme und Schuldenlawine näher beschäftigen möchte, kann beispielsweise bei Hans-Werner Sinn (https://www.hanswernersinn.de/de/start), dem ehemaligen Präsidenten des IFO-Instituts, reichlich beunruhigende Analysen finden. Meine Meinung: Der Handlungsdruck wächst zweifellos, aber für die Notenbanken ist der Weg aus der extrem lockeren Geldpolitik ein langer. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Pandemie sowie der exorbitant gestiegenen Staatsschulden sind die Notenbanken gezwungen, äußerst vorsichtig zu agieren. Daran wird sich auch 2022 wohl noch nichts wesentlich ändern.

Dies gilt umso mehr als die Notenbanken davon ausgehen, dass der jüngste Anstieg der Inflationsraten vorwiegend auf Sondereffekten rund um den Boom zum Aufholen der Pandemieverluste beruht. Diese Erwartung belegen beispielsweise auch die jüngsten Äußerungen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die die Bedingungen für höhere Leitzinsen 2022 als nicht gegeben sieht.

Wenn die Notenbanken die Geldpolitik also bestenfalls vorsichtig straffen werden, dann ist davon auszugehen, dass uns das Niedrigzinsumfeld weiter erhalten bleiben wird. Was den Sparer quält, freut die Unternehmen die hiervon ebenso weiter profitieren wie von den Fiskalprogrammen zur Pandemiebekämpfung.

Fazit: Bullenmarkt hat auch 2022 Bestand, aber der Stresspegel steigt

Weiterhin niedrige Zinsen sowie pandemiebedingter konjunktureller Nachholbedarf werden die großen Aktienindizes zu neuen Rekorden treiben. Außerdem sucht im anhaltenden Null- und Negativzinsumfeld sehr viel Geld nach Anlagemöglichkeiten und da drängt sich Aktienmarkt unverändert auf. Nach den Kursgewinnen der zurückliegenden Quartale sind Aktien insgesamt zwar keinesfalls mehr billig. Gerade im Vergleich zu Unternehmensanleihen sind sie im aktuellen Niedrigzinsumfeld aber weiter sehr attraktiv bewertet. Anleger die vor allem ihre laufenden Einkünfte verbessern wollen, werden zudem mit vergleichsweise üppigen Dividendenrenditen von 5% und mehr verwöhnt.

Eines ist aber auch wahrscheinlich: Corona bleibt unberechenbar, auch zusätzliche Inflationssprünge wären vorstellbar und die Notenbanken werden – wenn auch zaghaft – die Liquiditätsversorgung zurückfahren. Hinzukommen geopolitische Spannungen. Zwischenzeitliche Rückschläge an den Aktienmärkten sind vor diesem Hintergrund praktisch vorprogrammiert.

Wie sollten Anleger 2022 investieren? Vor dem beschriebenen Hintergrund am besten breit gestreut. Bei den Aktien-ETFs sind beispielsweise Engagements in den weltweiten Aktienmarkt oder den marktbreiten Stoxx Europe 600 interessant. Bei Einzel-Investments gilt es verstärkt auf die Fundamentaldaten der Unternehmen zu schauen. Unternehmen, die noch keine Gewinne erwirtschaften oder eine extrem hohe Bewertung aufweisen, sind besonders gefährdet. Wie immer gilt: Wer eine langfristige Anlagestrategie verfolgt, braucht temporäre Rückschläge nicht zu fürchten, sondern sollte diese zum Einstieg nutzen.

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