Klima goes Börse

Klima goes Börse

Die Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November hat dafür gesorgt, dass der Klimawandel wieder zu einem zentralen Thema für Politik und Wirtschaft geworden ist. Doch wie hängen der Klimawandel und die Börse eigentlich zusammen?

It's all about the money

Das oberste Ziel gemäß Pariser Klimaabkommen ist bekanntlich die Reduzierung der Treibhausemissionen bis 2050 auf null, und somit die Eindämmung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius. Doch bisher ist (zu) wenig passiert. Lange Zeit haben Politik und große Teile der Gesellschaft die Augen vor dem Problem der Erderwärmung und den daraus resultierenden Folgen verschlossen. Damit diese Ziele doch noch erreicht werden können, bedarf es einer massiven Kehrtwende.

Was all die diskutierten Maßnahmen und Instrumente verbindet, ist das liebe Geld. – It‘s all about the money … Die Verkehrswende, der Ausstieg aus der Kohleproduktion und die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen, klimaschonenden Industrie sind nur mit ausreichend finanziellen Mitteln umzusetzen.

Die Hoffnung der Nachhaltigkeitsinvestoren

Das Jahr 2020 hat angedeutet, was möglich ist. Durch die drastischen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden insbesondere die CO2-Emissionen gebremst und sind im Vergleich zu den Vorjahren sogar gesunken. Das macht Hoffnung und sollte Motivation sein, in nachhaltige Alternativen zu umweltschädlichen Technologien zu investieren.

Ein Instrument, das die Politik hier heranzieht, sind Subventionen. Auf der einen Seite werden Unternehmen, die sich beispielsweise mit der Entwicklung und Umsetzung erneuerbarer Energien auseinandersetzen, finanziell unterstützt. Auf der anderen Seite werden Subventionen für wirtschaftliche Branchen wie die Kohleindustrie gestrichen. Die Regierungen entziehen somit den „klimaschädlichen“ Unternehmen Geld und bezuschussen Unternehmen, die „klimafreundliche“ Innovationen anbieten.

Hier kommt nun die Börse ins Spiel. Investitionen in eben jene zukunftsorientierten Unternehmen bedeuten gleich „doppelten Profit“ – so die Hoffnung der Nachhaltigkeitsinvestoren:  Zum einen wird ein Beitrag zur Klimarettung geleistet, zum anderen schlagen sich diese Investments in einer positiven Wertentwicklung der Depots nieder. Steigt die Nachfrage nach Aktien von „grünen“ Unternehmen, so steigt auch deren Kurs. Gleichzeitig haben auch die Anleger einen großen Einfluss auf zukünftige Entwicklungen in der Klimapolitik. Wirtschaft und Unternehmen benötigen Kapital. Anleger und Investoren entscheiden, wem sie ihr Erspartes zur Verfügung stellen – Unternehmen, die sich nicht an einer umweltfreundlichen Wirtschaft beteiligen wollen, oder eben doch klimafreundlichen Unternehmen.

Große Nachfrage - wenige Kandidaten

Ebenfalls von Interesse dürfte für Anleger die Idee einer globalen CO2-Bepreisung sein, die auf dem Klimagipfel Thema war. In Zukunft müssten Unternehmen dann eine Abgabe für ihre Luftverunreinigung durch Kohlenstoff zahlen. Unternehmen mit besonders hohem CO2-Ausstoß hätten entsprechend höhere Kosten zu tragen, und in der Konsequenz niedrigere Gewinne zu erwarten. An der Börse würden diese Unternehmen entsprechend niedriger bewertet, d.h. ihre Aktienkurse würden unter Druck geraten. Es ist also alles ein großes Zusammenspiel.

Investoren suchen daher händeringend nach Anlagemöglichkeiten, die den Fokus auf Nachhaltigkeit legen. Doch bislang trifft die immense Nachfrage auf (zu) wenige Kandidaten. Die Konsequenzen sind sowohl Preissprünge und kaum zu rechtfertigende Bewertungsniveaus, aber auch ein Mangel an kritischer Distanz.

Nicht überall, wo „klimafreundlich“ draufsteht, ist auch wirklich eine nachhaltige Lösung drin.

Tesla ist zweifellos eines der prominentesten Beispiele: Während der US-Elektropionier mittlerweile einen Börsenwert von einer Billion Dollar erreicht hat, sind die deutschen Autokonzerne Daimler, BMW und VW zusammen nicht einmal ein Drittel davon wert. Zu Recht?? Die Zukunft wird es zeigen, Zweifel sind aber sicher angebracht. Aktuell dominiert jedenfalls klar die Phantasie, dass Tesla durch klimaneutrale Technologien die Ressourcen schont, und die E-Mobilität so weiter prägen wird. Dass knapp ein Drittel des Tesla-Überschusses aus dem Verkauf von Emissionsrechten an andere Autobauer stammt, wird dabei ebenso gerne übersehen wie die „Zockereien“ von Elon Musk mit dem klimaschädlichen Bitcoin.

Klima und Börse sind also eng miteinander verknüpft. Bleibt abzuwarten, ob es der neuen, „grüneren“ Regierung hier gelingen wird, endlich einen großen Schritt in Richtung Klimaziele zu machen. Abwarten und Tee trinken – oder doch lieber abwarten und sinnvoll investieren!

Klima goes Börse

Die Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November hat dafür gesorgt, dass der Klimawandel wieder zu einem zentralen Thema für Politik und Wirtschaft geworden ist. Doch wie hängen der Klimawandel und die Börse eigentlich zusammen?

It's all about the money

Das oberste Ziel gemäß Pariser Klimaabkommen ist bekanntlich die Reduzierung der Treibhausemissionen bis 2050 auf null, und somit die Eindämmung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius. Doch bisher ist (zu) wenig passiert. Lange Zeit haben Politik und große Teile der Gesellschaft die Augen vor dem Problem der Erderwärmung und den daraus resultierenden Folgen verschlossen. Damit diese Ziele doch noch erreicht werden können, bedarf es einer massiven Kehrtwende.

Was all die diskutierten Maßnahmen und Instrumente verbindet, ist das liebe Geld. – It‘s all about the money … Die Verkehrswende, der Ausstieg aus der Kohleproduktion und die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen, klimaschonenden Industrie sind nur mit ausreichend finanziellen Mitteln umzusetzen.

Die Hoffnung der Nachhaltigkeitsinvestoren

Das Jahr 2020 hat angedeutet, was möglich ist. Durch die drastischen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden insbesondere die CO2-Emissionen gebremst und sind im Vergleich zu den Vorjahren sogar gesunken. Das macht Hoffnung und sollte Motivation sein, in nachhaltige Alternativen zu umweltschädlichen Technologien zu investieren.

Ein Instrument, das die Politik hier heranzieht, sind Subventionen. Auf der einen Seite werden Unternehmen, die sich beispielsweise mit der Entwicklung und Umsetzung erneuerbarer Energien auseinandersetzen, finanziell unterstützt. Auf der anderen Seite werden Subventionen für wirtschaftliche Branchen wie die Kohleindustrie gestrichen. Die Regierungen entziehen somit den „klimaschädlichen“ Unternehmen Geld und bezuschussen Unternehmen, die „klimafreundliche“ Innovationen anbieten.

Hier kommt nun die Börse ins Spiel. Investitionen in eben jene zukunftsorientierten Unternehmen bedeuten gleich „doppelten Profit“ – so die Hoffnung der Nachhaltigkeitsinvestoren:  Zum einen wird ein Beitrag zur Klimarettung geleistet, zum anderen schlagen sich diese Investments in einer positiven Wertentwicklung der Depots nieder. Steigt die Nachfrage nach Aktien von „grünen“ Unternehmen, so steigt auch deren Kurs. Gleichzeitig haben auch die Anleger einen großen Einfluss auf zukünftige Entwicklungen in der Klimapolitik. Wirtschaft und Unternehmen benötigen Kapital. Anleger und Investoren entscheiden, wem sie ihr Erspartes zur Verfügung stellen – Unternehmen, die sich nicht an einer umweltfreundlichen Wirtschaft beteiligen wollen, oder eben doch klimafreundlichen Unternehmen.

Große Nachfrage - wenige Kandidaten

Ebenfalls von Interesse dürfte für Anleger die Idee einer globalen CO2-Bepreisung sein, die auf dem Klimagipfel Thema war. In Zukunft müssten Unternehmen dann eine Abgabe für ihre Luftverunreinigung durch Kohlenstoff zahlen. Unternehmen mit besonders hohem CO2-Ausstoß hätten entsprechend höhere Kosten zu tragen, und in der Konsequenz niedrigere Gewinne zu erwarten. An der Börse würden diese Unternehmen entsprechend niedriger bewertet, d.h. ihre Aktienkurse würden unter Druck geraten. Es ist also alles ein großes Zusammenspiel.

Investoren suchen daher händeringend nach Anlagemöglichkeiten, die den Fokus auf Nachhaltigkeit legen. Doch bislang trifft die immense Nachfrage auf (zu) wenige Kandidaten. Die Konsequenzen sind sowohl Preissprünge und kaum zu rechtfertigende Bewertungsniveaus, aber auch ein Mangel an kritischer Distanz.

Nicht überall, wo „klimafreundlich“ draufsteht, ist auch wirklich eine nachhaltige Lösung drin.

Tesla ist zweifellos eines der prominentesten Beispiele: Während der US-Elektropionier mittlerweile einen Börsenwert von einer Billion Dollar erreicht hat, sind die deutschen Autokonzerne Daimler, BMW und VW zusammen nicht einmal ein Drittel davon wert. Zu Recht?? Die Zukunft wird es zeigen, Zweifel sind aber sicher angebracht. Aktuell dominiert jedenfalls klar die Phantasie, dass Tesla durch klimaneutrale Technologien die Ressourcen schont, und die E-Mobilität so weiter prägen wird. Dass knapp ein Drittel des Tesla-Überschusses aus dem Verkauf von Emissionsrechten an andere Autobauer stammt, wird dabei ebenso gerne übersehen wie die „Zockereien“ von Elon Musk mit dem klimaschädlichen Bitcoin.

Klima und Börse sind also eng miteinander verknüpft. Bleibt abzuwarten, ob es der neuen, „grüneren“ Regierung hier gelingen wird, endlich einen großen Schritt in Richtung Klimaziele zu machen. Abwarten und Tee trinken – oder doch lieber abwarten und sinnvoll investieren!

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