Oktober-Crash voraus?

Oktober-Crash voraus?

Der Oktober ist unter Börsianern berühmt-berüchtigt, Schwarzseher haben Hochkonjunktur. Dabei ist der Herbstmonat statistisch betrachtet eigentlich ein eher unauffälliger Monat. Seinen schlechten Ruf hat der Oktober vor allem den beiden großen Crashs von 1929 und 1987 zu verdanken.

Nichts für schwache Nerven

Der 24. Oktober 1929 und der damit verbundene folgenreichste Börsenkrach der Geschichte ging als der „Schwarze Donnerstag“ in die Börsengeschichte ein. An diesem Tag brach Panik unter den Anlegern der New York Stock Exchange aus, der anschließende Börsencrash gilt als Auslöser der sogenannten „Great Depression“ in den USA und der Weltwirtschaftskrise.

Den bis heute größten prozentualen Tagesverlust erfuhr der Dow Jones fast genau 58 Jahre später am 19. Oktober 1987, dem „Schwarzen Montag“: Der Dow Jones fiel innerhalb eines Tages um 22,6 % (508 Punkte). Er hatte sich seit 1985 fast verdoppelt, im Sommer 1987 mehrten sich dann aber Anzeichen für ein Ende der Hausse. So gelang es der US-Regierung unter Ronald Reagan insbesondere nicht, die Inflation und das überbordende Handelsdefizit in den Griff zu bekommen. Die Unsicherheit verschärfte sich endgültig, als die US-Notenbank zum ersten Mal seit drei Jahren den Leitzins anhob. Von den Turbulenzen der wichtigen US-Leitbörse wurden die Börsen rund um den Globus mit in den Abwärtsstrudel gerissen.

Probleme stauen sich derzeit

Und nun steht wieder so ein Oktober vor der Tür! Der Dow Jones hat seit seinem Corona-Tief im März 2020 über 80 % an Wert gewonnen. Im August zogen die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Auch in Deutschland stieg die Inflationsrate im September erstmals seit fast 30 Jahren wieder auf über vier Prozent. Angesichts der weiter steigenden Energiepreise ist noch kein Ende in Sicht.

Hinzu kommen in vielen Bereichen Rohstoffknappheit, Engpässe bei Vorprodukten, und allen voran der Mangel bei Halbleitern, der nicht nur die Autoindustrie hart trifft. Die Notlage des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande und der inzwischen vorübergehend entschärfte Washingtoner Streit um die Schuldenobergrenze werden da fast schon zu Randthemen.

Wann reagieren die Notenbanken?

Unter den Anlegern dominiert die Angst, dass die Notenbanken der Welt bald von ihrer lockeren Geldpolitik abrücken werden, um die Inflation nicht weiter anzuheizen. US-Notenbankchef Jerome Powell ist zwar davon überzeugt, dass die höhere Inflation nur ein temporäres Phänomen ist. Die Energiepreishausse und die damit weiter zunehmenden Inflationsrisiken machen die geldpolitische Wende aber immer wahrscheinlicher. Mit Neuseeland hat nun auch die erste entwickelte Volkswirtschaft tatsächlich ihre erste Leitzinserhöhung gesehen. Der wichtigste Antreiber der Hausse der letzten Jahre droht auszufallen – massenhafte Anleihekäufe der Zentralbanken und extrem niedrige Leitzinsen und Anleiherenditen.

Don’t Panic!

Mit Spannung wartet der Markt nun auf die anstehende Quartalsberichtssaison. Sollten die aktuellen Belastungen auf den Ausblick der Unternehmen allzu negativ abfärben, könnte die Berichtssaison für weitere Unruhe sorgen. Gemengelage für einen Crash? Schwer zu sagen, Crashs kommen meistens ziemlich überraschend. Fest steht nur: Angesichts der vielfältigen Belastungsfaktoren droht dem Aktienmarkt ein unruhiger Herbst. Erst mit der Überwindung der Pandemie bzw. der Normalisierung des öffentlichen Lebens wird sich auch der Aufschwung fortsetzen. Sollte der Oktober seinem schlechten Ruf ein weiteres Mal gerecht werden, gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und den Markt zu sondieren, denn: Rund 15 Monate nach dem „Schwarzen Montag“ erreichte der Dow Jones mit 2247 Punkten bereits wieder sein Niveau vor dem Börsencrash.

Oktober-Crash voraus?

Der Oktober ist unter Börsianern berühmt-berüchtigt, Schwarzseher haben Hochkonjunktur. Dabei ist der Herbstmonat statistisch betrachtet eigentlich ein eher unauffälliger Monat. Seinen schlechten Ruf hat der Oktober vor allem den beiden großen Crashs von 1929 und 1987 zu verdanken.

Nichts für schwache Nerven

Der 24. Oktober 1929 und der damit verbundene folgenreichste Börsenkrach der Geschichte ging als der „Schwarze Donnerstag“ in die Börsengeschichte ein. An diesem Tag brach Panik unter den Anlegern der New York Stock Exchange aus, der anschließende Börsencrash gilt als Auslöser der sogenannten „Great Depression“ in den USA und der Weltwirtschaftskrise.

Den bis heute größten prozentualen Tagesverlust erfuhr der Dow Jones fast genau 58 Jahre später am 19. Oktober 1987, dem „Schwarzen Montag“: Der Dow Jones fiel innerhalb eines Tages um 22,6 % (508 Punkte). Er hatte sich seit 1985 fast verdoppelt, im Sommer 1987 mehrten sich dann aber Anzeichen für ein Ende der Hausse. So gelang es der US-Regierung unter Ronald Reagan insbesondere nicht, die Inflation und das überbordende Handelsdefizit in den Griff zu bekommen. Die Unsicherheit verschärfte sich endgültig, als die US-Notenbank zum ersten Mal seit drei Jahren den Leitzins anhob. Von den Turbulenzen der wichtigen US-Leitbörse wurden die Börsen rund um den Globus mit in den Abwärtsstrudel gerissen.

Probleme stauen sich derzeit

Und nun steht wieder so ein Oktober vor der Tür! Der Dow Jones hat seit seinem Corona-Tief im März 2020 über 80 % an Wert gewonnen. Im August zogen die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Auch in Deutschland stieg die Inflationsrate im September erstmals seit fast 30 Jahren wieder auf über vier Prozent. Angesichts der weiter steigenden Energiepreise ist noch kein Ende in Sicht.

Hinzu kommen in vielen Bereichen Rohstoffknappheit, Engpässe bei Vorprodukten, und allen voran der Mangel bei Halbleitern, der nicht nur die Autoindustrie hart trifft. Die Notlage des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande und der inzwischen vorübergehend entschärfte Washingtoner Streit um die Schuldenobergrenze werden da fast schon zu Randthemen.

Wann reagieren die Notenbanken?

Unter den Anlegern dominiert die Angst, dass die Notenbanken der Welt bald von ihrer lockeren Geldpolitik abrücken werden, um die Inflation nicht weiter anzuheizen. US-Notenbankchef Jerome Powell ist zwar davon überzeugt, dass die höhere Inflation nur ein temporäres Phänomen ist. Die Energiepreishausse und die damit weiter zunehmenden Inflationsrisiken machen die geldpolitische Wende aber immer wahrscheinlicher. Mit Neuseeland hat nun auch die erste entwickelte Volkswirtschaft tatsächlich ihre erste Leitzinserhöhung gesehen. Der wichtigste Antreiber der Hausse der letzten Jahre droht auszufallen – massenhafte Anleihekäufe der Zentralbanken und extrem niedrige Leitzinsen und Anleiherenditen.

Don’t Panic!

Mit Spannung wartet der Markt nun auf die anstehende Quartalsberichtssaison. Sollten die aktuellen Belastungen auf den Ausblick der Unternehmen allzu negativ abfärben, könnte die Berichtssaison für weitere Unruhe sorgen. Gemengelage für einen Crash? Schwer zu sagen, Crashs kommen meistens ziemlich überraschend. Fest steht nur: Angesichts der vielfältigen Belastungsfaktoren droht dem Aktienmarkt ein unruhiger Herbst. Erst mit der Überwindung der Pandemie bzw. der Normalisierung des öffentlichen Lebens wird sich auch der Aufschwung fortsetzen. Sollte der Oktober seinem schlechten Ruf ein weiteres Mal gerecht werden, gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und den Markt zu sondieren, denn: Rund 15 Monate nach dem „Schwarzen Montag“ erreichte der Dow Jones mit 2247 Punkten bereits wieder sein Niveau vor dem Börsencrash.

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