Sparen nur noch für Dummies?

Sparen nur noch für Dummies?

Glaubt man dem Verbraucherportal Verivox, dann verlangen inzwischen mehr als 345 Banken Strafzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten. Das sogenannte "Verwahrentgelt" kommt also mehr und mehr in Mode.

Strafzins auf dem Vormarsch

Diese Straf- oder Negativzinsen sind das Gegenstück zu den gewohnten Zinsen, die Kunden auf ihr Erspartes auf dem Konto bekommen – oder in den meisten Fällen: bekommen haben… Beim Negativzins verliert der Sparer über die Zeit somit einen gewissen Prozentsatz seines Geldes, der dann der kontoführenden Bank gutgeschrieben wird.

Verkehrte Welt. Der Bankenverband schätzt, dass Privatkunden dadurch allein in diesem Jahr rund 15 Milliarden Euro an die Geldinstitute verlieren werden.

Schuld der EZB?

Als Begründung führen die Finanzinstitute vor allem an, dass sie selbst mit Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu kämpfen hätten. Denn seit 2014 müssen Banken Strafzinsen auf Geld zahlen, das sie auf ihrem Zentralbankkonto „parken“. Diese Kosten reichen immer mehr Banken an ihre Kunden weiter. Manchem kritischen Beobachter drängt sich aber der Verdacht auf, dass die Geldhäuser durch die umfangreichen Freibeträge, die die EZB ihnen einräumen, mit den Negativzinsen mittlerweile sogar ein Geschäft machen.

So oder so: Die Strafzinsen der EZB knabbern seit Jahren nicht nur an den Ersparnissen von Millionen Sparern – die Rede ist von der „Enteignung der Sparer“ –, sondern beispielsweise auch an den Rücklagen der Rentenkasse. Nach Angaben der BILD musste die Rentenkasse im vergangenen Jahr 106 Millionen Euro Strafzinsen zahlen. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Sparen zunehmend teurer wird –  und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Kein schöner Ausblick.

Ob die Einführung von Negativzinsen für Privatkunden grundsätzlich zulässig ist, muss wohl noch gerichtlich geklärt werden. So kam beispielsweise der Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof kürzlich zu dem Ergebnis, dass Strafzinsen deutschem und europäischem Recht widersprechen und somit verfassungswidrig sind. Es gibt aber auch gute Argumente, diese Einschätzung anzuzweifeln. Welche Alternativen hat also ein Sparer der sich nicht auf diesen Hoffnungsschimmer verlassen möchte?

Nominal versus real

Um die aktuelle Situation richtig einzusortieren, sollte zunächst klargestellt werden, dass man mit Spareinlagen auf Konten noch nie wirklich Geld verdient hat. Jedenfalls auf realer Basis. Nominalzinsen, also die Zinsen, die einem Sparer auf einem Sparbuch gutgeschrieben wurden, waren früher tatsächlich höher. Da konnte man sich schon mal über 3 Prozent oder sogar mehr freuen. Aber in diesen Zeiten lag auch die Inflation (hier geht's zum Blogbeitrag) – also die stetige Verteuerung von Waren und Dienstleistungen – bei drei, fünf oder noch mehr Prozent! Das heißt, die Realverzinsung von Sparguthaben war auch vor der EZB, zu D-Mark-Zeiten, typischerweise negativ. Und für den Sparer ist doch letztlich entscheidend, wie sich sein Geld real vermehrt (oder eben nicht vermehrt). In dieser Hinsicht unterscheidet sich die aktuelle Situation also gar nicht von früheren Marktphasen: Die Inflation frisst die Verzinsung und damit deine Ersparnisse auf!

Was können Sparer tun?

Viele Banken verlangen Negativzinsen erst ab einer Schwelle von mehr als 100.000 Euro oder 50.000 Euro, manche bereits ab 25.000 Euro –  Tendenz sinkend.

Wer mehr auf dem Konto hat, kann sich kurzfristig damit behelfen, sein Geld auf mehrere Konten bei verschiedenen Instituten zu verteilen. Das ist aber keine nachhaltige Lösung. Deshalb sollte jeder prüfen, ob es überhaupt Sinn macht, so viel Geld auf dem Konto zu haben. Die Schlussfolgerung wird sehr schnell lauten: Es wird Zeit dem Sparbuch adé zu sagen.

Börse ist eine echte Alternative

Kapitalmarkt und Börse bieten Alternativen und haben gezeigt, dass Anleger auf Dauer sehr erfolgreich sein können, wenn sie in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder ETF investieren, statt das Geld auf dem Sparbuch liegen zu lassen.

Wer Aktien großer Unternehmen aus den USA oder Deutschland gekauft hat, erzielte eine historische Rendite von durchschnittlich 9 Prozent jährlich! Wer seine finanzielle Zukunft meistern will, kommt am Kapitalmarkt und dem „neuen Sparen“ also nicht vorbei.

Für hektischen Aktionismus besteht aber kein Anlass. Wer wild drauf los zockt und planlos Aktien und Co. kauft, riskiert Verluste und wäre besser beraten, die Strafzinsen auf sein Erspartes zu tolerieren.

Natürlich sind Aktienanlagen bzw. das Sparen über die Börse keine Einbahnstraße und durchaus mit Risiken verbunden.

Wer hier eine vernünftige und langfristig ausgerichtete Anlagestrategie verfolgt, kann aber auf eine solide Rendite bauen. Dies sollte aber von ruhiger Hand und mit System vorbereitet werden. Wir bei finCraft nennen das „Financial Empowerment“. Wie das aussieht, könnt ihr bereits in unserer Sneak-Preview sehen.

Sparen nur noch für Dummies?

Glaubt man dem Verbraucherportal Verivox, dann verlangen inzwischen mehr als 345 Banken Strafzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten. Das sogenannte "Verwahrentgelt" kommt also mehr und mehr in Mode.

Strafzins auf dem Vormarsch

Diese Straf- oder Negativzinsen sind das Gegenstück zu den gewohnten Zinsen, die Kunden auf ihr Erspartes auf dem Konto bekommen – oder in den meisten Fällen: bekommen haben… Beim Negativzins verliert der Sparer über die Zeit somit einen gewissen Prozentsatz seines Geldes, der dann der kontoführenden Bank gutgeschrieben wird.

Verkehrte Welt. Der Bankenverband schätzt, dass Privatkunden dadurch allein in diesem Jahr rund 15 Milliarden Euro an die Geldinstitute verlieren werden.

Schuld der EZB?

Als Begründung führen die Finanzinstitute vor allem an, dass sie selbst mit Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu kämpfen hätten. Denn seit 2014 müssen Banken Strafzinsen auf Geld zahlen, das sie auf ihrem Zentralbankkonto „parken“. Diese Kosten reichen immer mehr Banken an ihre Kunden weiter. Manchem kritischen Beobachter drängt sich aber der Verdacht auf, dass die Geldhäuser durch die umfangreichen Freibeträge, die die EZB ihnen einräumen, mit den Negativzinsen mittlerweile sogar ein Geschäft machen.

So oder so: Die Strafzinsen der EZB knabbern seit Jahren nicht nur an den Ersparnissen von Millionen Sparern – die Rede ist von der „Enteignung der Sparer“ –, sondern beispielsweise auch an den Rücklagen der Rentenkasse. Nach Angaben der BILD musste die Rentenkasse im vergangenen Jahr 106 Millionen Euro Strafzinsen zahlen. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Sparen zunehmend teurer wird –  und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Kein schöner Ausblick.

Ob die Einführung von Negativzinsen für Privatkunden grundsätzlich zulässig ist, muss wohl noch gerichtlich geklärt werden. So kam beispielsweise der Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof kürzlich zu dem Ergebnis, dass Strafzinsen deutschem und europäischem Recht widersprechen und somit verfassungswidrig sind. Es gibt aber auch gute Argumente, diese Einschätzung anzuzweifeln. Welche Alternativen hat also ein Sparer der sich nicht auf diesen Hoffnungsschimmer verlassen möchte?

Nominal versus real

Um die aktuelle Situation richtig einzusortieren, sollte zunächst klargestellt werden, dass man mit Spareinlagen auf Konten noch nie wirklich Geld verdient hat. Jedenfalls auf realer Basis. Nominalzinsen, also die Zinsen, die einem Sparer auf einem Sparbuch gutgeschrieben wurden, waren früher tatsächlich höher. Da konnte man sich schon mal über 3 Prozent oder sogar mehr freuen. Aber in diesen Zeiten lag auch die Inflation (hier geht's zum Blogbeitrag) – also die stetige Verteuerung von Waren und Dienstleistungen – bei drei, fünf oder noch mehr Prozent! Das heißt, die Realverzinsung von Sparguthaben war auch vor der EZB, zu D-Mark-Zeiten, typischerweise negativ. Und für den Sparer ist doch letztlich entscheidend, wie sich sein Geld real vermehrt (oder eben nicht vermehrt). In dieser Hinsicht unterscheidet sich die aktuelle Situation also gar nicht von früheren Marktphasen: Die Inflation frisst die Verzinsung und damit deine Ersparnisse auf!

Was können Sparer tun?

Viele Banken verlangen Negativzinsen erst ab einer Schwelle von mehr als 100.000 Euro oder 50.000 Euro, manche bereits ab 25.000 Euro –  Tendenz sinkend.

Wer mehr auf dem Konto hat, kann sich kurzfristig damit behelfen, sein Geld auf mehrere Konten bei verschiedenen Instituten zu verteilen. Das ist aber keine nachhaltige Lösung. Deshalb sollte jeder prüfen, ob es überhaupt Sinn macht, so viel Geld auf dem Konto zu haben. Die Schlussfolgerung wird sehr schnell lauten: Es wird Zeit dem Sparbuch adé zu sagen.

Börse ist eine echte Alternative

Kapitalmarkt und Börse bieten Alternativen und haben gezeigt, dass Anleger auf Dauer sehr erfolgreich sein können, wenn sie in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder ETF investieren, statt das Geld auf dem Sparbuch liegen zu lassen.

Wer Aktien großer Unternehmen aus den USA oder Deutschland gekauft hat, erzielte eine historische Rendite von durchschnittlich 9 Prozent jährlich! Wer seine finanzielle Zukunft meistern will, kommt am Kapitalmarkt und dem „neuen Sparen“ also nicht vorbei.

Für hektischen Aktionismus besteht aber kein Anlass. Wer wild drauf los zockt und planlos Aktien und Co. kauft, riskiert Verluste und wäre besser beraten, die Strafzinsen auf sein Erspartes zu tolerieren.

Natürlich sind Aktienanlagen bzw. das Sparen über die Börse keine Einbahnstraße und durchaus mit Risiken verbunden.

Wer hier eine vernünftige und langfristig ausgerichtete Anlagestrategie verfolgt, kann aber auf eine solide Rendite bauen. Dies sollte aber von ruhiger Hand und mit System vorbereitet werden. Wir bei finCraft nennen das „Financial Empowerment“. Wie das aussieht, könnt ihr bereits in unserer Sneak-Preview sehen.

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