Warme Wohnzimmer versus enthemmten Despoten

Warme Wohnzimmer versus enthemmten Despoten

Die Kämpfe gehen auch 13 Tage nach dem russischen Einmarsch weiter. Angesichts der schlimmen Bilder und des begleitenden Zynismus der Aggressoren fällt es schwer, einen sachlichen, kühlen Kopf zu bewahren. Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Das ist auch eine Kriegserklärung an den Westen. Eine militärische Gegenreaktion ist aber nicht zu erwarten. Vernünftig? Vermutlich. Also werden die Ukrainer ihrem Schicksal überlassen. Das macht wütend!

Die verabschiedeten Wirtschaftssanktionen sind weitreichend, werden daran aber zunächst nichts ändern. Da macht sich ein Gefühl der Ohnmacht breit. War‘s das?

Um das System Putin richtig zu treffen, gibt es nur eine Möglichkeit: Gas- und Ölimporte aus Russland müssen gestoppt werden. Russland ist abhängig vom Rohstoff-Export. Im vergangenen Jahr brachte dies Russland Deviseneinnahmen von mehr als 55 Milliarden Dollar. Trotz der Kampfhandlungen hat Russland seine Gaslieferungen durch ukrainische Pipelines zuletzt sogar erhöht. Und so fließen täglich Hunderte Millionen Euro und Dollar nach Russland. Weil wir auf Russlands Rohstoffe nicht verzichten können. Oder wollen? Denn letztlich ist es nur eine Frage des Preises. Trotz aller Rhetorik von Solidarität gegenüber der Ukraine hält auch die Bundesregierung weiter ausdrücklich an Energieimporten aus Russland fest. Die Versorgung Europas mit Energie für die Wärmeerzeugung, für die Mobilität, die Stromversorgung und für die Industrie könne im Moment nicht anders gesichert werden. Wirklich?

Auswirkungen auf die Gasmärkte

Die Beratungsfirma Aurora Energy Research hat die entscheidende Frage „Can Europe Cope Without Russian Gas?“ durchgerechnet. Antwort: Ja, das geht, aber der Preis wäre hoch. Europa hat mehrere Optionen, um die Gasnachfrage kurzfristig zu senken. Diese sind jedoch mit erheblichen wirtschaftlichen, politischen oder auch Klimakosten verbunden. Die EU müsste versuchen, einen Teil der russischen Lieferungen durch andere Quellen zu ersetzen, etwa durch Importe aus Nordafrika. Die europäischen Gasspeicher müssten trotz der hohen Preise möglichst komplett gefüllt werden. Laut Aurora würde dies 60 bis 100 Milliarden Euro kosten. Trotz dieser Maßnahmen verbliebe eine Lücke, die durch eine kurzfristige Reduzierung des Verbrauchs geschlossen werden müsste. Bei koordinierten Anstrengungen der Regulierungsbehörden, Industrie und Verbrauchern hält Aurora 14 % für erreichbar. Hierzu müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, auch eine Verlängerung des Betriebs von Kern- und Kohlekraftwerken.

Der Großteil der Reduktion müsste allerdings von der Industrie kommen durch Umstellungen auf andere, teurere Energiequellen oder durch Herunterfahren der Produktion. Die Industrieproduktion könnte als Konsequenz hieraus um mehrere Prozent einbrechen, was dann einem Schaden von mehreren Hundert Milliarden Euro entspräche. Wie viel ist uns ein warmes Wohnzimmer und günstiger Sprit also wert?

Warme Wohnzimmer versus enthemmten Despoten

Die Kämpfe gehen auch 13 Tage nach dem russischen Einmarsch weiter. Angesichts der schlimmen Bilder und des begleitenden Zynismus der Aggressoren fällt es schwer, einen sachlichen, kühlen Kopf zu bewahren. Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Das ist auch eine Kriegserklärung an den Westen. Eine militärische Gegenreaktion ist aber nicht zu erwarten. Vernünftig? Vermutlich. Also werden die Ukrainer ihrem Schicksal überlassen. Das macht wütend!

Die verabschiedeten Wirtschaftssanktionen sind weitreichend, werden daran aber zunächst nichts ändern. Da macht sich ein Gefühl der Ohnmacht breit. War‘s das?

Um das System Putin richtig zu treffen, gibt es nur eine Möglichkeit: Gas- und Ölimporte aus Russland müssen gestoppt werden. Russland ist abhängig vom Rohstoff-Export. Im vergangenen Jahr brachte dies Russland Deviseneinnahmen von mehr als 55 Milliarden Dollar. Trotz der Kampfhandlungen hat Russland seine Gaslieferungen durch ukrainische Pipelines zuletzt sogar erhöht. Und so fließen täglich Hunderte Millionen Euro und Dollar nach Russland. Weil wir auf Russlands Rohstoffe nicht verzichten können. Oder wollen? Denn letztlich ist es nur eine Frage des Preises. Trotz aller Rhetorik von Solidarität gegenüber der Ukraine hält auch die Bundesregierung weiter ausdrücklich an Energieimporten aus Russland fest. Die Versorgung Europas mit Energie für die Wärmeerzeugung, für die Mobilität, die Stromversorgung und für die Industrie könne im Moment nicht anders gesichert werden. Wirklich?

Auswirkungen auf die Gasmärkte

Die Beratungsfirma Aurora Energy Research hat die entscheidende Frage „Can Europe Cope Without Russian Gas?“ durchgerechnet. Antwort: Ja, das geht, aber der Preis wäre hoch. Europa hat mehrere Optionen, um die Gasnachfrage kurzfristig zu senken. Diese sind jedoch mit erheblichen wirtschaftlichen, politischen oder auch Klimakosten verbunden. Die EU müsste versuchen, einen Teil der russischen Lieferungen durch andere Quellen zu ersetzen, etwa durch Importe aus Nordafrika. Die europäischen Gasspeicher müssten trotz der hohen Preise möglichst komplett gefüllt werden. Laut Aurora würde dies 60 bis 100 Milliarden Euro kosten. Trotz dieser Maßnahmen verbliebe eine Lücke, die durch eine kurzfristige Reduzierung des Verbrauchs geschlossen werden müsste. Bei koordinierten Anstrengungen der Regulierungsbehörden, Industrie und Verbrauchern hält Aurora 14 % für erreichbar. Hierzu müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, auch eine Verlängerung des Betriebs von Kern- und Kohlekraftwerken.

Der Großteil der Reduktion müsste allerdings von der Industrie kommen durch Umstellungen auf andere, teurere Energiequellen oder durch Herunterfahren der Produktion. Die Industrieproduktion könnte als Konsequenz hieraus um mehrere Prozent einbrechen, was dann einem Schaden von mehreren Hundert Milliarden Euro entspräche. Wie viel ist uns ein warmes Wohnzimmer und günstiger Sprit also wert?

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